Waldbegehung des Gemeinderates
Am vergangenen Freitag traf sich Gemeinderat und Verwaltung mit der Kreisforstbehörde, Forstdirektor Markus Krebs, Revierleiter Eric Gottschling sowie Försterin und Waldpädagogin Viktoria Böhner zur jährlich stattfindenden Waldbegehung, diesmal im Bereich links der Murg.
Nach einführenden Worten von Bürgermeister Daniel Retsch und Kreisforstdirektor Markus Krebs berichtete Revierleiter Eric Gottschling in seiner ersten Waldbegehung über die diesjährigen, umfangreichen Forstrodungsarbeiten, die im Zuge der Sanierung der B 462 entlang der Hänge der B 462 stattgefunden haben. Eric Gottschling beschrieb die Möglichkeit dieser Sicherungsmaßnahme an den Hängen als „einmalige Chance und Glücksfall“, die es vielleicht nur einmal in 50 Jahren gebe und diese wurde genutzt, um durch die Fällung die Hänge von Totholz zu befreien und somit die mögliche Gefahr massiv zu reduzieren. Die Arbeiten liefen mit zwei Forstunternehmen reibungslos und konnten weit unter dem geplanten Kostenvoranschlag von 30.000 – 35.000 Euro mit einem Ist von 18.000 Euro abgeschlossen werden. Hinzu kam noch ein Erlös des Forstholzes von ca. 3.000 Euro. Auf Anfrage durch den Gemeinderat führte Eric Gottschling aus, dass das nun noch liegende Totzholz an den Hängen verankern und als eine Art Geröllschutz verbleiben würde.
Eine weitere Maßnahme, die im Juli / August durchgeführt wurde, war die Sanierung des Füllenbachweges. Hierzu musste der Wanderweg „Füllenbachweg“ sowie die Tour de Murg Strecke als Sicherung für Fußgänger und Radfahrer in zwei Etappen gesperrt sowie mit Betonblöcken gesichert werden, so dass nun ein weiteres Abrutschen verhindert wird. Der Weg wurde zur Felswand hin verbreitert, um ihn gefahrlos zu begehen. Der Wanderweg ist seit einigen Wochen wieder geöffnet und gilt als einer der schönsten Wanderstrecken mit herrlicher Aussicht. Die geplanten Kosten von 7.000 Euro konnten hier leider nicht eingehalten werden und betrugen letztendlich 12.352 Euro, was vor allem dem aufwendigen und notwendigen Maschineneinsatz geschuldet war. Wie Forstdirektor Markus Krebst betonte, sei das Thema Verkehrssicherung der Hänge in einer Topographie wie Weisenbach, die zwar eine wunderschöne Landschaft präge, auch eine Daueraufgabe.
Im weiteren Verlauf der Waldbegehung wurde den Gemeinderäten und der Verwaltung im Bereich Maienplatz unter der Roten Lache gezeigt, wie an die Themen Naturverjüngung und Jungbestandspflege herangegangen wird. Die Forstfachleute führten dabei aus, dass hierbei immer auf Nachhaltigkeit geachtet würde, d. h. es würde nie mehr entnommen als nachwachse. Des Weiteren wolle man einen Ausgleich verschiedenen Baumarten erreichen. Der Forst betonte, dass im Ökosystem Wald nur langfristig gedacht werden könnte. Schnelle Kurskorrekturen wären hier nicht möglich. In einem reinen Fichtenwald würde man versuchen auch der Buche Raum zu geben, um den Wald zu durchmischen. Heiße Sommer wie in diesem Jahr mit 35 Hitzetagen über 30 Grad und gerade mal der Hälfte der sonst üblichen Niederschläge wären für den großen Fichtenbestand im Weisenbacher Wald mit viel Stress verbunden. Zwar hätte man von einem feuchten Frühjahr noch profitiert, doch wäre man durch die anhaltende Hitze in einen verfrühten Herbst gerutscht. Die Forstfachleute zeigten Gemeinderat und Verwaltung nach welchen Maßstäben ein Baum zur Fällung ausgewählt wird und erklärten die Grundzüge der Vermarktung. Mit Hilfe einer Forstfirma durften die mit Helm und Schutzausrüstung ausgestatteten Gemeinderats- und Verwaltungsmitglieder sich von einer sicheren Fällung eines Baumes mit eigenen Augen überzeugen. Laut Forstdirektor Markus Krebs wäre zwar die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz sehr groß und Preise noch gut, doch hätte man auch bedingt durch die Witterung 400 Fm Käferholz zu beklagen, was im nächsten Jahr noch etwas nach oben gehen und den Holzmarkt unter Druck setzen würde.
Zum Abschluss der sehr interessanten Waldbegehung erklärte die Försterin und Waldpädagogin Viktoria Böhner den Anwesenden die Waldpädagogik und das Projekt „Draußen lernen“, dass die Gemeinde gemeinsam mit Forst und Johann-Belzer-Schule sowie Unterstützung des Obst- und Gartenbauvereines Weisenbach derzeit für ein Jahr als Pilotprojekt umsetze. Frau Böhner betonte, dass Weisenbach hier Vorreiter im Landkreis sei. Sie ließ die Anwesenden an Lernspielen teilhaben und erklärte, welche positiven Eigenschaften ein Unterricht in freier Natur für die Kinder beim Lernen und in ihrer Entwicklung habe. Derzeit würde in der 3. Klasse in verschiedenen Fächern der Johann-Belzer-Schule bereits Unterrichtseinheiten abgehalten. Der Forst entwickle dabei gemeinsam mit den Lehrern die Konzepte und gebe Unterstützung.
Zum Abschluss bedankte sich Bürgermeister Daniel Retsch bei den Forstbeauftragten für die sehr in informative und interessante Waldbegehung.


