Umweltpreis der Erzdiözese Freiburg für Weisenbacher Projekt

Voller Stolz konnte vor wenigen Tagen eine Delegation aus Weisenbach aus den Händen von Erzbischof Stephan Burger den Umweltpreis der Erzdiözese (Platz 8) in Empfang nehmen. Die Preisverleihung fand in der Kirche St. Maria Magdalena in Freiburg statt. Dort hin hatten sich neben Pfarrer Thomas Holler mit Vertretern der Kirchengemeinde, auch Bürgermeister Toni Huber sowie Günter Westermann von der Firma W-Quadrat aus Gernsbach auf den Weg gemacht.

„Drei, die sich gefunden haben“, so der Erzbischof in seiner Laudatio auf Weisenbach. Klimaschutz ist aktueller denn je ein Thema auch in der Erzdiözese Freiburg. In Weisenbach finden sich dabei gleich drei Projekte der praktischen Umsetzung. So wurde bereits im Jahre 2001, unter dem damaligen Pfarrer Friedrich Wiebelt, auf dem Dach des katholischen Gemeindehaus St. Wendelin eine Solaranlage installiert, welche durch das „300-Kirchendächer-Programm“ der Bundesstiftung Umwelt gefördert wurde. 48 Module wurden damals auf dem Gemeindehaus für eine 5,76 Kilowattpeak-Anlage montiert, dazu entsprechend ein Großdisplay, auf welchem jeweils die Entwicklung abgelesen werden kann. Aus dieser volleinspeisenden Anlage wurden seit Januar 2001, somit seit nunmehr rund 18 Jahren, annähernd 90.000 Kilowatt Strom erzeugt und in das Netz eingespeist. Im Jahre 2015 wurde diese Anlage unter der Regie von Pfarrer Thomas Holler um 22 Module mit einer Leistung von 6,05 Kilowattpeak erweitert. Von den bis dato erzeugten ca. 22.000 Kilowatt wurden rund 18.200 in das Netz eingespeist und rund 3.800 selbst verbraucht. Somit mussten im Zeitraum von Juni 2015 bis heute für das katholische Gemeindehaus lediglich noch etwa 14.600 Kilowatt bezogen werden.

Der dritte Baustein auf dem Weg des Klimaschutzes in der Erzdiözese Freiburg ist zugleich das „jüngste Kind“. Im Herbst 2017 wurde vor dem Gemeindehaus eine solargestützte Ladestation für E-Bikes, E-Mobile und Smartphones errichtet. Wer als Elektro-Mobilist im Murgtal unterwegs oder zu Besuch ist und „Stromdurst“ verspüren sollte, kann Station im Bereich des Gemeindehauses bzw. der Kirche St. Wendelin in Weisenbach machen. Während der persönliche Akku in der Kirche mit „geistlicher Nahrung“ aufgetankt werden kann, lädt gleichzeitig das E-Auto, das E-Bike oder das Handy kostenlos an der neu errichteten Ladestation. Neben dem Gemeindehaus steht eine robuste, top innovative, solargestütze Ladestation zur Verfügung, mit welcher gleichzeitig zwei Elektroautos (dabei eine Schnellladestation), insgesamt 8 E-Bikes und in den Schließfächern sogar noch in Akku-Not geratene Handys geladen werden können. Der Clou dabei ist, dass das Fahrradhäuschen sogar solarunterstützt wird.Eine aufwendige Planung, maßgebend initiiert durch den Weisenbacher Unternehmer Günter Westermann, hat sich gelohnt und so wurde eine Pilot-Anlage konstruiert, auf dem Gelände der Kirchengemeinde errichtet und die entsprechende Technik im Kellergeschoss des Gemeindehauses eingebaut. Ganz wichtig war dabei der Ansatz „kostenfreie Nutzung für Auto– und Radfahrer“. Die Anlage erlaubt es, jährlich bis zu 1.600 E-Bikes und 25 Autos sowie unzählige Smartphones mit Strom zu Versorgen. Getragen von der Weisenbacher Bürgerstiftung und den Firmen Casimir Kast, Katz Group, Autohaus Haitzler und dem Einkaufsmarkt Fitterer konnte die von der Firma W-Quadrat entwickelte Strom-Tankstelle beim Gemeindehaus installiert und in Betrieb genommen werden. Aber für all die Umsetzung dieser Projekte braucht es Partner und so haben sich, wie Erzbischof Stefan Burger ausführte, drei Partner mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Neigungen gefunden. Im Klimaschutzkonzept der Gemeinde Weisenbach steht beim Handlungsfeld Mobilität, Zielkategorie A: Ausbau der Ladeinfrastruktur. In Weisenbach wohnt mit Günter Westermann einer der Firmengründer der Firma W-Quadrat. W-Quadrat ist einer der Photovoltaik-Pioniere im Nordschwarzwald. Der Dritte im Bunde ist die Pfarrei St. Wendelin, welche bereits 2001 Vorreiter in Sachen Photovoltaik war und mit der Ergänzung der Photovoltaik-Anlage auf dem Gemeindehaus und der E-Mobility-Station weitere Projekte erfolgreich umsetzte. Durch die Photovoltaikerfahrung der Pfarrei, das Ladestationsziel der Kommune und dem Ideenreichtum von W-Quadrat wurde dieses Projekt erst möglich gemacht, zu welchem sich die Drei, so Erzbischof Stephan Burger, so segensreich zusammengefunden haben.

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