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Presse-Auszug aus den Badischen Neuesten Nachrichten vom 26.01.2007 

Gut gevespert und gesungen 

Stubenabend musste ohne den „Bruddler“ auskommen 

Weisenbach-Au (fie). Eigentlich herrschte am Mittwoch mit den heftigen Schneefällen das richtige Wetter für einen „Stubenabend“. In früheren Jahrhunderten trafen sich die Bauern in der Winterszeit reihum in der guten Stube der Nachbarn, um am flackernden Kaminfeuer einander Geschichten zu erzählen. Auch die Frauen beteiligten sich daran und ließen dabei auch das Spinnrad rotieren. Gesponnen wird in Weisenbach beim Stubenabend des Heimatpflegevereins nicht mehr, jedenfalls keine Wolle. Doch sind zu diesen inzwischen schon traditionellen Stubenabenden im Probesaal des Musikvereins im Kindergarten von Au immer Wort- oder Tonkünstler aus der Region zu Gast. 

So hatte Rudolf Fritz auch am Mittwoch den „Bruddler von Ottenhöfen“ eingeladen. Doch der konnte nicht kommen, er steckte auf der Autobahn zwischen Baden-Baden und Rastatt im Stau. Zunächst jedoch begrüßte Vorstand Roland Hürst die Erschienenen und stellte fest „Die Stubb isch fascht voll“. Und „der Bruddler isch noch net da“. Weshalb er zunächst vorschlug, das „Veschper“ vorzuziehen, ein Vorschlag, der freudig akzeptiert wurde. Ein leckeres Bauernvesper mit „Moscht“ und Schnaps von Friedhelm Hörth gab es, angerichtet von einigen Frauen des Heimatvereins. 

Danach wurde nicht etwa „gebruddelt“, als Rudolf Fritz den Ausfall des „Bruddlers“ bekannt gab, vielmehr griff Roland Hürst zu seiner Handharmonika und zum Liederbuch, das anlässlich des 4. Weisenbacher Straßenfestes im Jahre 2005 zusammengestellt worden war und der ganze Saal sang das alte Lied „Ich bin ein freier Wildbretschütz“. 

Ein begnadeter Witze-Erzähler ist Hans Steinberger, das Weisenbacher Urgestein aus Bayern. Er hatte eine Menge davon auf Lager und unterhielt die ganze „Stubb“ glänzend. Dazwischen wurde immer wieder gesungen und mit den Nachbarn geschwätzt. Kurzum, der Stubenabend war auch ohne den „Bruddler“ ein Erfolg. Otmar Schnurr war übrigens schon zweimal in Weisenbach beim Stubenabend und er kommt gern auch wieder. „Aber am liebsten im Sommer.“ Doch da gibt es keinen Stubenabend in Weisenbach.

 

 
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