1985 - 2010
Zur Gründung des Heimatpflegevereins kam es anlässlich der
650-Jahrfeier der Gemeinde Weisenbach. Der Erlös der verschiedenen
Festveranstaltungen sollte für die Förderung der Heimatpflege
verwendet werden. Es war geplant ein heimatgeschichtliches Museum
einzu-richten.
Auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Gerhard Feist wurde der
Verein zunächst als Förderverein "650 Jahre Weisenbach" am
9.Juli 1985 gegründet. Vorsitzender war Werner de Laporte. Der
Verwaltung gehörten weiter an: Berndt Niethammer, Martin Bleier, Franz
Hürst, Hans Feldick, Rudolf Fritz, Richard Robl, Paul Hepperle und
Roland Hürst. Im Jahre 1988 erfolgte eine Umbenennung des
Fördervereins in "Heimatpflegeverein Weisenbach e.V."
Der Festerlös bildete eine gute finanzielle Grundlage zur
Realisierung der Ziele des Fördervereins, wobei die Einrichtung eines
Heimatmuseums nicht sofort angegangen werden konnte.
Der Verein wurde deshalb in anderen Bereichen aktiv. Gemeinsam mit
Förderer der Heimat- pflege organisierte Rudolf Fritz über den
Jahreswechsel 1990/91 eine Fotoausstellung "Die Geschichte einer
Dorfstraße" im Nebenraum der ehemaligen Sparkassen-Zweigstelle in
Au. Am 3. Januar 1991 fand der erste Stubenabend mit dem Thema
"Leben und Wirken von Dr. Jakob Bleyer" statt. Seither wird
alljährlich im Wechsel zwischen Weisenbach und Au zu einem
"Stubenabend" eingeladen. Die Veranstaltung erfreut sich bis
heute einer großen Beliebtheit.
Zur Einweihung der neu gestalteten Kelter- und Gaisbachstraße am 3.
Oktober 1992 orga-nisierten Vereinsmitglieder einen historischen Umzug
unter dem Motto "Eine Straße im Wandel der Zeiten". Beim 2.
Weisenbacher Straßenfest 1993 beteiligte man sich mit Hand-werksberufen
beim Umzug und wurde eine Fotoausstellung organisiert.
Bei der Mitgliederversammlung am 24. September 1993 wurde Richard
Großmann, ein jahrzehntelanger, großer Förderer der Heimatpflege, zum
1.Vorsitzenden gewählt. Er gab sofort den Anstoß zur Einrichtung einer
Heimatstube. Die Gemeinde stellte hierfür das Dachgeschoss der
ehemaligen Zehntscheune zur Verfügung.
Vom Heimatpflegeverein unterstützt wurde 1994 die Errichtung eines
Brunnen auf dem Kirchplatz in Weisenbach mit einem Betrag von DM
25.000.-. Des Weiteren wurde bisher die Restauration von drei
Vereinsfahnen bezuschusst. Eine gelungene Veranstaltung war der
Heimatabend anlässlich des 10-jährigen Bestehens in der Festhalle
Weisenbach.
Das 3. Weisenbacher Straßenfest am 25./26. Juli 1998 im Ortsteil Au
war auch aufgrund des guten kulturellen Angebots ein voller Erfolg. Der
Verein war beteiligt an der Aufführung des Szenenspiels "Danach -
Weisenbach 1849", dem Auftritt von historischen Gruppen sowie von
Sagenfiguren des Murgtals.
Ab 1996 haben mehrer Mitglieder des Vereins, an der Spitze der
Vorsitzende Richard Großmann, in vielen hundert Stunden, das
Dachgeschoss der ehemaligen Zehntscheune ausgebaut und die
"Heimatstub" eingerichtet. Auf einer Fläche von ca. 80 pm
sind dauerhaft Zeichnungen, Fotos, Schriftmaterialien, historische
Vereinsfahnen, das Katz-Sägewerk, und handwerkliche Gegenstände der
Heimatgeschichte von Weisenbach und Au zu sehen. Sonderausstellungen zu
verschiedenen Themenbereichen sollen das Interesse an der Geschichte
unseres Ortes und der Region Murgtal wach halten.
Die offizielle Eröffnung der "Heimatstub", ein Ort der
Begegnung der Generationen und der Auseinandersetzung mit unserer
Heimatgeschichte fand am Sonntag, den 11.Juli 1999, verbunden mit einem
"Tag der offenen Tür" statt.
Bei der Eröffnung der Heimatstube erschien auch der Band 1 der Reihe
"Heimatstub" mit Gedichten, Sagen und Liedern von Oberlehrer
Franz Wieland (1889 - 1961). Weiter zeigte eine Fotoausstellung
"Die Geschichte eines Dorfes", welche die Anregung für den
Band 2 mit dem Titel "Weisenbach - gestern - heute - morgen",
gab.
Seit 2000 erfolgte fast jährlich am "Tag des offenen
Denkmals" am zweiten Septemberwochenende eine Themen- und
Fotoausstellung. Wir erinnern an die Ausstellungen zu den Themen: 10
Jahre Partnerschaft Kriebstein; Die Geschichte der Murgtalbahn, 100
Jahre Katz-Werke, Arbeiten der Volkshochschule, Historische
Sakralbauten, Brunnen und Wasserläufe, Historische Bauten u. a. In der
Vorweihnachtszeit 2001 wurde zu einer Krippenausstellung in die
Heimatstube eingeladen. Beteiligt hat sich der Verein an den
Weisenbacher Weihnachtsmärkten.
Am 27. November 2001 wurde Roland Hürst zum 1. Vorsitzenden
gewählt. In einer Feierstunde wurde am 4. April 2004, in Würdigung der
Verdienste um die Heimatpflege in Weisenbach und dem Aufbau der
Heimatstube, Richard Großmann, zum Ehrenvorstand ernannt, der 2009
verstorben ist.
Die alljährlichen "Stubenabende" mit Bauernvesper und
Moschd sowie regionalen Mundartdichtern, dem Gutsverwalter Paul Güde,
dem Bruddler von Ottenhöfen - Otmar Schnurr, Werner Puschner, der
Lumpegrott Brigitte Wagner sowie dem Gaggenauer Jürgen Österle sind
fester Bestandteil des Jahresprogramms. Die Stubenabende leben aber auch
von den Beiträgen, Liedern und Erzählungen von den Besuchern und der
musikalischen Unterhaltung durch Roland Hürst und Clemens Großmann..
Die originalen Katz-Sägewerke, gefertigt in vielen Stunden von
Mitglied Rudolf Krieg sowie das Modell der Weisenbacher
Wendelinuskirche, haben einen würdigen Platz in der Heimatstube
gefunden.
Im Frühjahr 2005 hat die Gemeinde durch Bürgermeister Toni Huber
die ehemalige Kelter dem Verein zur Nutzung angeboten. Nach
durchgeführten Sanierungsarbeiten wurden die Kelterräume erstmals beim
4. Weisenbacher Straßenfest am 23./24. Juli 2005 als Wirtschafts- und
Gastraum genutzt. Alljährlich lädt der Verein am ersten
Augustwochenende zum gemütlichen Kelterhock ein.
Der Verein war beim Straßenfest wiederum beteiligt an der Aufführung
des Szenenspiels "Das Leben und Wirken von Johann Belzer",
Text und Regie Marlis Fritz, sowie dem "Sommernachtsumzug" am
Samstagabend.
Gemeinsam mit dem Partnerschaftskomitee wurden am 2.Oktober 2004 und
6. Oktober 2007 ein Theaterabend, gestaltet von der Theatergruppe des
Heimatvereins Grünlichtenberg - ein Ortsteil der Partnergemeinde
Kriebstein - in der Festhalle organisiert. Der nächste Theaterabend
findet am 2. Oktober 2010 statt.
Großem Zuspruch erfreuen sich die Halbtagesausflüge, die u.a. zum
Aspichhof in Ottersweier, nach Ottenhöfen und der Benz-Mühle, nach
Kappelrodeck und Freistett führten.
Vielfältige Besuchergruppen, wie Schulklassen, Weisenbacher
Klassentreffen, Vereine und Ausflugsgruppen finden sich inzwischen in
der Heimatstube ein. Im historischen Ambiente geben sich in der
Heimatstube jährlich einige Paare das Jawort. Die erste Trauung war am
9. Juni 2005, während des Umbaus des Rathauses.
Beim Kelterhock am 31. Juli./01.August 2010 feiert der
Heimatpflegeverein sein 25-jähriges Bestehen. Der Band 3 der
Schriftenreihe "Heimatstub" mit dem Thema "Krieg und
Frieden" wird an diesem Wochenende vorgestellt. Gottfried Lang hat
Berichte von Zeitzeugen aus den 40-iger Jahren, den Kriegs- und
Nachkriegsjahren gesammelt und Michael Essig wiederum die Gestaltung und
den Druck übernommen.
Die Aktivitäten des Vereins sind und wollen ein Beitrag zur
Auseinandersetzung mit der Heimat- und Kulturgeschichte - gestern -
heute - morgen - mit unserem Lebensraum, der Gemeinde, der Region
Murgtal und dem Nordschwarzwald sein.
Vorstandsmitglieder im Jubiläumsjahr 2010 sind: Roland Hürst, Erich
Jägle, Michael Essig, Rudolf Fritz, Toni Huber, Alfred Irth, Siegfried
Krieg, Paul Krieg, Adi Marxer, Gottfried Lang, Richard Strobel sowie die
Kassenprüfer Konrad Großmann und Friedbert Wörner.
Juli 2010 - Rudolf Fritz - Schriftführer