Weisenbacher Gemeinderat auf Waldbegehung

Am vergangenen Freitag konnten sich die Weisenbacher Gemeinderäte bei leider starkem Schauerwetter ein Bild vom Weisenbacher Gemeindewald machen. Unter Leitung und Führung von Forstdirektor und Bezirksleiter Markus Krebs und Revierleiter Dietmar Wetzel von der Forstverwaltung des Landkreises Rastatt, Bezirksverwaltung Gaggenau begab man sich zuerst in den Bereich links der Murg oberhalb des Kolpinghauses. Dort berichtete Markus Krebs, dass das Wetter für den Wald sehr gut wäre, denn bei Regen würde sich der Wald erholen. Beim ersten Stopp berichtete Forstdirektor Markus Krebs über die heimischen Pflanzen- und Tierarten des Weisenbacher Waldes. Die Erholungsfunktion des Waldes wurde in besonderem Maß hervorgehoben. Der Forstdirektor führte aus, dass zwei Drittel der Gemarkungsfläche Weisenbachs, etwa 600 ha, bewaldet wäre und dies alles in Steillage. Er hob hervor, dass dies auch für die Forstunternehmen und Revierleiter Wetzel stets eine große Herausforderung für die Bewirtschaftung wäre. Ein Viertel des Waldes ist mit Nadelwald bewachsen, wobei hier die Fichte und Douglasie die häufigsten Arten sind. Ein Viertel des Waldes besteht aus Buchenholz. Jährlich werden ca. 3700 Festmeter Holz nachhaltig geerntet. Markus Krebs ging auf Wunsch von Bürgermeister Toni Huber auf das Alt- und Totholz-Konzept ein und berichtete, dass rund 15 % des Wirtschaftswaldes alter Bestand sei und die Bäume ein Alter von 120 bis 140 Jahren hätten. Auch habe das Alt- und Totholz einen hohen Stellenwert im Öko-System. Des Weiteren ging Krebs auf die rund 6800 Tierarten, vor allem Insektenarten, gefolgt von Vögeln und Säugetieren sowie rund 4000 Pflanzenarten ein. Bei den Pflanzen dominierten (vor allem in diesem Jahr) die Pilze, vor Flechten und Blütenpflanzen. Anhand von Schaubildern und Tierstimmen brachte Markus Krebs den Mitgliedern des Gemeinderates die heimische Pflanzen- und Tiervielfalt näher. Die Forstleute wiesen darauf hin, dass in diesem Jahr durch den trockenen Sommer ein enormer Anstieg des Borkenkäfers zu beobachten war. Sie führten allerdings aus, dass dies nicht mit dem Nationalpark zusammenhinge, da man von dort zu weit entfernt wäre.

Ein zweiter Stopp wurde rechts der Murg am Wetzsteinbrunnen und der Wetzsteinbrunnen-Hütte eingelegt. Bei der Waldbegehung vor zwei Jahren wurde festgelegt, dass die Hütte etwas renoviert werden soll, da sie am Murgleiter-Weg vorbeiführt. Dies ist mittlerweile geschehen und in sowie außerhalb der Hütte wurden neue Sitzmöbel aufgestellt. Auch Fenster wurden neu eingebaut, so dass die Hütte für Wanderer als Zwischenstopp zur Verfügung steht. Rund 3.500 Euro kostete die Maßnahme, die von Revierleiter Dietmar Wetzel geleitet wurde. Auf eine Feuerstelle wurde, so Dietmar Wetzel, aus Sicherheitsgründen mitten im Wald bewusst verzichtet.

Ein weiterer Stopp wurde sodann am Parkplatz des Gasthauses Sängerheim eingelegt.
Dietmar Wetzel und Markus Krebs erläuterten die Arbeiten am Steilhang des Sängerheims, die vor kurzem ausgeführt wurden. Der Baumbestand dort war sehr hoch und aus Sicherheitsgründen wurden die Bäume dort entfernt, um bei Sturmereignissen keine Gefahr, unter anderem für das Sängerheim, darzustellen. Dietmar Wetzel machte auf die Gefährlichkeit der Maßnahme direkt am Steilhang aufmerksam, bei der ein Rückenschlepper umgekippt sei und ein Baumstamm zu rutschen begann. Da die Alte Kreisstraße und der Zugangsweg über die Erlenstraße während der Maßnahme gesperrt waren, waren glücklicherweise keine Personenschäden zu beklagen. Revierleiter Wetzel wies dringend daraufhin, Absperrungen, die im Wald oder bei Hiebmaßnahmen aufgestellt werden, aus Sicherheitsgründen dringend zu beachten. Durch die Maßnahme entstand nun eine grandiose Aussicht vom Sängerheim über das Weisenbacher Ortsgebiet.

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