Geschichte & Brauchtum

eine Reise in die Vergangenheit von Weisenbach

Die Geschichte endet nicht mit uns.
Sokrates (470 - 399 v. Chr.), griechischer Philosoph

Erste urkundliche Erwähnung

Die Entstehung unserer Gemeinde reicht in die Siedlung Zeit des mittleren Murgtals zurück, deshalb kann das genaue Gründungsjahr nicht ermittelt werden. Die Haupt Siedlungs Periode war im 12. und 13. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung ist im Jahre 1336 im  Lehensbuch des Bischofs Gerhard von Speyer zu finden, der Wyssenbach mit einer Anzahl anderer Murgtalorte und der Gehöfte  aufgeführt.

Auch der ebersteinisch Graf Heinrich II. nennt um 1350 die Niederlassung Wysembach.  Der Volksmund erzählt viel häufiger von Wissenbach als von Weisenbach. Dies dürfte der Wahrheit über die Entstehung des Namens viel näher kommen, als die Erklärung mancher Schriften.

Am Wasser entstehen erfahrungsgemäß die ersten Siedlungen, und weil der Bach durch die Wiesen der Siedler floß, nannten sie in den Wiesenbach. So entstand aus Wiesenbach, Wyssebach, Wüssembach, Wißenbach, Weißenbach der heutige Name Weisenbach. 

Der Weiler Au ist erst im 15. Jahrhundert als Holzhauer Siedlungen entstanden und wird erstmal urkundlich  1432 in ebersteinischen Urkunden  erwähnt.  Dort ist ein "Fleckchen in der Auwe"  im zims Buch vermerkt.
Die ersten Siedler Weisenbachs waren fränkische Bauern. Die Bewohner dieser Zeit waren Leibeigene Bauern und Viehzüchter. Sie nutzen den Boden der jeweiligen Herrschaft, und dafür wurde gezinst.

Lange Zeit war Weisenbach zwei Herren untertan: Links der Murg des Grafen von Eberstein und rechts der Murg des Bischofs von Speyer. Diese Trennung, die darin gipfelte, daß von der einen Seite niemand in die andere heiraten durfte, und daß die eine evangelisch wurde und die andere katholisch blieben, dauerte mehr als 100 Jahre. So mussten die Weisenbacher mehr als fünfmal ihren Glauben wechseln, so wie es gerade des Fürsten Gesinnung war.

Beim Studium der Geschichte macht mich immer wieder die Tatsache traurig, dass wir sie erst nachher studieren.
Alfred Delp (1907 - 1945, hingerichtet), deutscher Theologe, Mitglied des Kreisauer Kreises

Weisenbach

Der Wappen

Weisenbach, eine Rodungssiedlung des Mittelalters, gehörte wie der wohl erst im 15. Jahrhundert entstandene, im Jahre 1971 nach Weisenbach eingemeindete Ort Au zur Herrschaft Neueberstein, die 1387 zur Hälfte und 1676 ganz an die Markgrafschaft Baden fiel. Das Wappen ist im Jahre 1901 vom Generallandesarchiv entworfen und von der Gemeinde angenommen, die Flagge vom Landratsamt am 9. Januar 1986 verliehen worden. Eine von den Großbuchstaben DZ begleitete schrägrechte Leiter oder ein waagerechter leiterartiger Gegenstand sind in den seit Ende des 18. Jahrhunderts geführten Siegeln der Gemeinde abgebildet. Die Bedeutung von Motiv und Buchstaben ist nicht bekannt. Anstelle der Buchstaben nahm man 1901 die Rosen, das Wappenbild der Grafschaft Eberstein, auf, die auch in dem im Jahre 1900 geschaffenen Wappen von Au vertreten sind. Die Leiter war zunächst in „natürlichen" Farben tingiert.

Au im Murgtal

Neues Logo von Weisenbach

10. November 2000 entworfen von Joachim Gerstner, Firma compusign.
Bei der Gestaltung des neuen Logos, das zukünftig anstelle des traditionellen Ortswappen geführt werden soll, wurde das Wahrzeichen, die Wendelinuskapelle mit modernen Elementen verbunden.
Die ursprüngliche Wappenform wird durch die grafische Lösung abgelöst.  

Brauchtum

Weisenbach ist eine Gemeinde in der sich bis heute Bräuche und Tradition lebendig erhalten haben.
Zugegeben, vieles existiert nicht mehr, vieles geriet in Vergessenheit. Und doch gibt es sie, die Tradition.
Einer der ältesten nachweisbaren Bräuche ist die Fastnacht. Ebersteiner Kobialbücher berichten um das Jahr 1460 von der "vahsenacht". So findet alle Jahre in Weisenbach ein karnevalistischer Umzug statt.

Vor allem von der Jugend wird der traditionsreiche Brauch des Rätschens, Rasselns oder Klepperns aufrechterhalten. Gerade in der Karwoche ziehen Gruppen von Jungen und Mädchen laut Krach machend durch die Gemeinde.
Die Kinder ziehen am Ostermontag von Haustür zu Haustür und sagen folgenden Spruch auf: "Wir haben gerätscht und gerasselt für unseren Herrn Jesu Christ im Grab und bitten um eine Gab, nicht zu groß und nicht zu klein, dass sie geht in den Korb hinein." Dabei hoffen die Buben und Mädchen natürlich auf kleine Gaben wie Geld und Süßigkeiten.

Ansprechpartner

Gemeinde Weisenbach
Hauptstrasse 3
D-76599 Weisenbach
Tel. (0 72 24) 9183-0
Fax:(0 72 24) 9183-22
info@weisenbach.de
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